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Mieter-Mythen – Teil 3: „Bei Hitze hilft nur die Klimaanlage“

Mieter-Mythen – Teil 3: „Bei Hitze hilft nur die Klimaanlage“

Liebe Mitglieder und Freunde der Wohnungsgenossenschaft Blankenburg e.G.,

Sommer, Sonne – und plötzlich wird die Wohnung zur Sauna. Gerade in oberen Etagen oder Dachwohnungen kann sich die Wärme schnell stauen. Viele glauben dann: „Da hilft nur noch eine Klimaanlage.“ Doch stimmt das wirklich?

In unserem nächsten Teil der Reihe „Mieter-Mythen“ schauen wir uns an, wie Hitze in der Wohnung entsteht, welche Maßnahmen wirklich helfen und wie Sie Ihre Räume auch an heißen Tagen möglichst angenehm kühl halten können.

Mythos: „Fenster auf – dann kommt frische Luft rein“

Das klingt zunächst logisch, ist bei Sommerhitze aber oft genau falsch.

Wenn draußen 30 °C oder mehr herrschen, gelangt durch dauerhaft geöffnete Fenster meist nur noch heiße Luft in die Wohnung. Besonders tagsüber heizen sich Räume dadurch zusätzlich auf. Fachleute empfehlen deshalb: Tagsüber Fenster geschlossen halten und erst morgens oder spätabends intensiv lüften.

Warum wird die Wohnung überhaupt so warm?

Hitze gelangt vor allem auf drei Wegen in die Wohnung:

  1. Direkte Sonneneinstrahlung über Fenster
  2. Warme Außenluft durch offene Fenster
  3. Zusätzliche Wärmequellen in der Wohnung, zum Beispiel Elektrogeräte, Backofen oder Beleuchtung.

Gerade Wohnungen mit großen Fensterflächen oder in oberen Etagen heizen sich dadurch schneller auf.

Was hilft wirklich gegen Hitze?

1. Tagsüber abdunkeln

Die wichtigste Maßnahme beginnt bereits am Morgen: Sonne draußen halten.

Schließen Sie Rollläden, Vorhänge oder Jalousien möglichst frühzeitig – idealerweise, bevor die Sonne direkt auf die Fenster scheint. Besonders wirksam ist Sonnenschutz an Süd- und Westseiten der Wohnung. So kann verhindert werden, dass sich Räume überhaupt erst stark aufheizen.

Schon einfache Maßnahmen wie helle Vorhänge oder innenliegende Klemmrollos können spürbar helfen.

2. Richtig lüften – aber zur richtigen Zeit

Lüften ist wichtig – allerdings nicht mitten in der Mittagshitze.

Empfohlen wird:

  • Frühmorgens (ca. 5–8 Uhr) kräftig stoßlüften
  • Spätabends oder nachts erneut gut durchlüften
  • Am besten Querlüften, also gegenüberliegende Fenster öffnen

Bereits 10–20 Minuten intensives Lüften reichen oft aus, um kühlere Luft hereinzulassen. Tagsüber sollten Fenster möglichst geschlossen bleiben.

3. Elektrische Geräte bewusst nutzen

Viele Geräte produzieren zusätzliche Wärme – oft unbemerkt.

Dazu zählen:

  • Fernseher
  • Computer
  • Ladegeräte
  • Backofen und Herd
  • Halogenlampen

Nutzen Sie solche Geräte möglichst bewusst oder schalten Sie sie komplett aus, wenn sie nicht benötigt werden. Auch Kochen in den frühen Morgen- oder Abendstunden kann helfen, die Wärmeentwicklung zu reduzieren.

4. Ventilator statt Klimaanlage?

Ein Ventilator kühlt die Luft zwar nicht aktiv herunter, sorgt aber dafür, dass sich die Luft bewegt und Wärme besser abgegeben werden kann. Dadurch wird die Temperatur oft als deutlich angenehmer empfunden – und das bei wesentlich geringerem Stromverbrauch als eine Klimaanlage.

5. Vorsicht bei baulichen Veränderungen

Manche Mieter überlegen bei großer Hitze, selbst Außenrollos, Markisen oder fest installierte Klimageräte anzubringen.

Hier gilt: Sobald in die Fassade oder Bausubstanz eingegriffen wird, benötigen Sie die Zustimmung des Vermieters. Das betrifft beispielsweise:

  • Außenjalousien
  • Markisen
  • fest verbaute Klimageräte
  • Sonnensegel mit Bohrungen in der Fassade.

Klemmrollos oder mobile Geräte ohne bauliche Veränderung sind dagegen meist problemlos nutzbar.

Wann wird Hitze zum Problem?

Gerade in längeren Hitzewellen kann die Wohnqualität deutlich beeinträchtigt werden. Eine gesetzlich festgelegte Höchsttemperatur für Wohnungen gibt es allerdings nicht. Ob extreme Hitze als Wohnmangel gilt, wird häufig im Einzelfall bewertet. Wichtig ist daher zunächst immer, selbst sinnvolle Schutzmaßnahmen umzusetzen und bei Problemen das Gespräch zu suchen.

Unser Fazit

Auch wenn sich Wohnungen im Sommer manchmal stark aufheizen: Oft helfen bereits einfache Maßnahmen, um die Temperaturen deutlich angenehmer zu machen.

Die wichtigsten Regeln lauten:

  • Tagsüber abdunkeln
  • Nur morgens und abends lüften
  • Zusätzliche Wärmequellen vermeiden
  • Ventilatoren gezielt einsetzen

So bleibt Ihre Wohnung auch an heißen Sommertagen möglichst angenehm.

Mit freundlichen Grüßen

Ihre Wohnungsgenossenschaft Blankenburg e.G.

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