Mythos: „Schimmel entsteht einfach so“

Mythos: „Schimmel entsteht einfach so“

Schimmel entsteht nicht ohne Grund. Er benötigt bestimmte Bedingungen, um zu wachsen – vor allem Feuchtigkeit. Ohne ausreichend Feuchtigkeit kann sich kein Schimmel bilden.

In Wohnungen entsteht Feuchtigkeit täglich, zum Beispiel durch:

  • Duschen und Baden
  • Kochen
  • Wäschetrocknen
  • Atmen und Schwitzen

Ein Haushalt kann so mehrere Liter Feuchtigkeit pro Tag an die Raumluft abgeben. Wird diese Feuchtigkeit nicht regelmäßig abgeführt, kann sie sich an kühlen Stellen in der Wohnung absetzen – etwa an Außenwänden, Fenstern oder in Raumecken.

Warum entsteht Schimmel besonders an Wänden und Ecken?

Schimmel bildet sich häufig dort, wo die Luft schlechter zirkuliert und Oberflächen kühler sind, zum Beispiel:

  • hinter großen Möbeln an Außenwänden
  • in Raumecken
  • an Fensterlaibungen
  • in schlecht beheizten Räumen

Sinkt die Temperatur an diesen Stellen ab, kann die Luft dort weniger Feuchtigkeit halten. Die Folge: Kondenswasser entsteht – und damit ideale Bedingungen für Schimmel.

Besonders kritisch wird es, wenn die Luftfeuchtigkeit dauerhaft über etwa 60–70 % liegt.

Woran erkennt man Schimmel frühzeitig?

  • Dunkle Flecken an Wänden oder Decken
  • Muffiger Geruch
  • Feuchte Stellen oder Wasserbildung
  • Beschlagene Fenster über längere Zeit



Je früher Schimmel erkannt wird, desto einfacher lässt er sich beseitigen.

Was hilft gegen Schimmel?

Die wichtigste Grundlage ist ein ausgewogenes Zusammenspiel aus Heizen, Lüften und Möblierung.

1. Richtig lüften

Lüften Sie mehrmals täglich für 5–10 Minuten bei weit geöffnetem Fenster. So wird feuchte Luft effektiv ausgetauscht. Dauerhaft gekippte Fenster sind weniger wirksam und kühlen die Wohnung zusätzlich aus.

2. Ausreichend heizen

Halten Sie die Räume gleichmäßig warm. Empfohlen sind:

  • Wohnzimmer: etwa 20–22 °C
  • Schlafzimmer: etwa 16–18 °C

    Zu stark ausgekühlte Räume fördern Feuchtigkeit und damit Schimmelbildung.

3. Luftfeuchtigkeit im Blick behalten

Ein Hygrometer hilft, die Luftfeuchtigkeit zu kontrollieren. Ideal sind etwa 40–60 %.



4. Möbel richtig platzieren

Stellen Sie größere Möbelstücke nicht direkt an Außenwände. Ein Abstand von etwa 5–10 cm sorgt dafür, dass die Luft zirkulieren kann.

5. Feuchtigkeit gezielt abführen

Türen zu kühleren Räumen geschlossen halten

Nach dem Duschen und Kochen sofort lüften

Wäsche möglichst nicht in der Wohnung trocknen oder dabei intensiv lüften

Wann sollte man handeln?

  • Wenn sich Schimmel trotz richtigem Lüften und Heizen bildet oder sich schnell ausbreitet, sollte der Schaden umgehend gemeldet werden. So kann gemeinsam geprüft werden, ob weitere Ursachen vorliegen und wie das Problem nachhaltig behoben werden kann.


Unser Fazit

Schimmel ist in den meisten Fällen kein Zufall, sondern das Ergebnis von zu hoher Luftfeuchtigkeit in Kombination mit ungünstigen Bedingungen in der Wohnung.

Mit dem richtigen Verhalten lässt sich Schimmel in den meisten Fällen einfach vermeiden. Entscheidend sind regelmäßiges Lüften, ausreichendes Heizen und ein bewusster Umgang mit Feuchtigkeit im Alltag.

Mieter-Mythen – Fortsetzung folgt

Auch in den nächsten Teilen unserer Reihe klären wir weitere Fragen rund ums Wohnen, zum Beispiel:

  • Spart man wirklich, wenn man Räume auskühlen lässt?
  • Wie lüftet man im Sommer richtig?
  • Warum fühlt sich eine Wohnung manchmal „zugig“ an?

Bleiben Sie gespannt.Mit freundlichen Grüßen
Ihre Wohnungsgenossenschaft Blankenburg e.G.

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