Warum beschlagen die Scheiben – und was kann man dagegen tun?
Liebe Mitglieder und Freunde der Wohnungsgenossenschaft Blankenburg e.G.,
in vielen Wohnungen taucht in der kalten Jahreszeit ein Phänomen auf, das immer wieder für Fragen sorgt: Kondenswasser an den Fensterscheiben. Oft entsteht daraus schnell ein Mieter-Mythos – zum Beispiel, dass neue Fenster „schuld“ seien oder dass automatisch ein Baumangel vorliegt.Mit unserer neuen Blogreihe „Mieter-Mythen“ möchten wir solche Themen verständlich erklären. Im ersten Teil schauen wir uns an, warum Kondenswasser an Fenstern entsteht und was Sie dagegen tun können.
Mythos: „Wenn Wasser an den Scheiben ist, stimmt etwas mit der Wohnung nicht.“
Tatsächlich ist Kondenswasser in vielen Fällen ein ganz natürlicher physikalischer Vorgang. Es entsteht, wenn warme, feuchte Raumluft auf eine kalte Oberfläche trifft – zum Beispiel auf eine Fensterscheibe. Die Luft kühlt dort ab und kann die enthaltene Feuchtigkeit nicht mehr halten. Das Wasser schlägt sich als Tropfen auf dem Glas nieder. Besonders häufig passiert das im Winter, wenn draußen kalte Temperaturen herrschen und die Scheiben deutlich kühler sind als die Raumluft.
Woher kommt die Feuchtigkeit überhaupt?
Viele unterschätzen, wie viel Feuchtigkeit im Alltag in einer Wohnung entsteht. Schon ganz normale Tätigkeiten erhöhen die Luftfeuchtigkeit deutlich, zum Beispiel:
- Atmen und Schwitzen
- Kochen
- Duschen oder Baden
- Wäsche trocknen
- Zimmerpflanzen
So können täglich mehrere Liter Wasser in die Raumluft gelangen. Trifft diese feuchte Luft auf eine kalte Oberfläche wie ein Fenster, entsteht Kondenswasser.
Warum sieht man das Wasser besonders an Fenstern?
Fensterscheiben gehören meist zu den kältesten Flächen im Raum. Deshalb schlägt sich die Feuchtigkeit bevorzugt dort nieder. Das hat sogar einen positiven Effekt:
Die Feuchtigkeit sammelt sich sichtbar an der Scheibe – und nicht unbemerkt an Wänden oder Möbeln. Dort könnte sie sonst schneller zu Schimmel führen.
Wann wird Kondenswasser problematisch?
Ein bisschen Kondenswasser – zum Beispiel morgens im Schlafzimmer – ist völlig normal.
Problematisch wird es erst, wenn:
- Wasser über längere Zeit stehen bleibt
- Fensterrahmen oder Wände dauerhaft feucht sind
- sich Schimmel bildet
Schimmel entsteht besonders bei dauerhaft hoher Luftfeuchtigkeit, meist ab etwa 70 % relativer Luftfeuchte.
Deshalb ist es wichtig, Feuchtigkeit regelmäßig aus der Wohnung zu entfernen.
Was hilft gegen Kondenswasser?
- Die wichtigste Maßnahme ist eine Kombination aus richtigem Lüften und gleichmäßigem Heizen.
1. Regelmäßig stoßlüften
- Öffnen Sie die Fenster mehrmals täglich für etwa 5–10 Minuten vollständig. Dadurch wird feuchte Raumluft gegen trockenere Außenluft ausgetauscht.
- Besonders wichtig ist Lüften:
- morgens nach dem Aufstehen
- nach dem Duschen oder Baden
- nach dem Kochen
- vor dem Schlafengehen

2. Fenster nicht dauerhaft kippen
Dauerhaft gekippte Fenster bringen meist wenig Luftaustausch und kühlen gleichzeitig den Raum aus. Stoßlüften ist deutlich effektiver.
3. Räume ausreichend heizen
Konstante Temperaturen helfen, Kondensation zu vermeiden. Empfehlenswert sind etwa:
- 19–22 °C im Wohnzimmer
- 16–18 °C im Schlafzimmer

4. Luftfeuchtigkeit im Blick behalten
Ein Hygrometer kann helfen, das Raumklima zu kontrollieren. Ideal sind etwa 40–60 % Luftfeuchtigkeit.
5. Kondenswasser abwischen
- Wenn sich Wasser an den Scheiben bildet, sollten Sie es mit einem Tuch entfernen. So verhindern Sie, dass sich Feuchtigkeit an Rahmen oder Wänden sammelt.
Unser Fazit:
Kondenswasser an Fenstern ist kein ungewöhnliches Problem, sondern meist eine ganz natürliche Folge von Luftfeuchtigkeit und Temperaturunterschieden in der Wohnung.
Mit regelmäßigem Stoßlüften, ausreichend Wärme und einem guten Blick auf die Luftfeuchtigkeit lässt sich das Problem in den meisten Fällen schnell lösen.
Mieter-Mythen – Fortsetzung folgt
In unserer Blogserie „Mieter-Mythen“ greifen wir regelmäßig Themen auf, die in vielen Wohnungen Fragen aufwerfen.
In den nächsten Teilen geht es unter anderem um:
- Schimmel – woher er wirklich kommt
- Heizen im Winter: Spart man wirklich mit kalten Räumen?
- Lüften im Sommer – richtig oder falsch?
Bleiben Sie gespannt.
Mit freundlichen Grüßen
Ihre Wohnungsgenossenschaft Blankenburg e.G.


